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Titelkampf wieder offen

Dritter Lauf des Porsche Sports Cup Suisse: Imola (Italien)

Beim dritten Lauf des Porsche Sports Cup Suisse ging es auf dem Grand-Prix-Kurs von Imola auch auf der Rennstrecke heiss zu: Bei höchstsommerlichen Temperaturen boten die Teilnehmer in den verschiedenen Serien Motorsport vom Feinsten. Im GT3 Cup durfte sich der amtierende Champion Alexander Fach über einen weiteren Sieg im Sprintrennen freuen, musste beim Endurance-Lauf über 100 Meilen oder gut 160 Kilometer aber einen Ausfall hinnehmen. Sein Titelrivale Dominik Fischli nutzte die Steilvorlage und fuhr mit seinem 911 GT3 Cup im Langstrecken-Wettbewerb auf Klassenrang eins. Damit gestaltete der 26-Jährige den Meisterschaftskampf vor dem Beginn der zweiten Saisonhälfte wieder offen. In der 718 Clubsport-Gruppe gewann Thomas Herbst das Sprintrennen in der Klasse 10 für Fahrzeuge mit Manthey-Racing-Paket, während Vizemeister Laurent Misbach den Langstreckenlauf für sich entschied. Bei den Mittelmotor-Sportwagen ohne MR-Paket hiess der Sieger zweimal Renzo Kressig. Die Open-GT-Wertung sah Leonardo Caglioni als souveränen Gewinner des Sprints. Die Gesamtwertung des Endurance-Rennens sicherten sich Jan Klingelnberg / Dino Zamparelli mit knappem Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Gabriele Rindone. Im Gleichmässigkeits-Wettbewerb der Porsche Drivers Competition Suisse sprang Nicolas Garski zum dritten Mal in Folge auf die oberste Stufe des Siegerpodests.

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT3 Cup
Das Sprintrennen des GT3 Cups über 14 Runden auf dem 4,936 Kilometer langen Formel-1-Kurs von Imola begann spannend und verlief abwechslungsreich. Für das erste Ausrufungszeichen hatte Vizechampion Dominik Fischli gesorgt: Der 26-Jährige konnte sich im Qualifying mit einem Vorsprung von rund 0,1 Sekunden die Pole-Position vor Titelverteidiger Alexander Fach sichern. Wie sehr die beiden vom Porsche Motorsport Club Suisse und der Porsche Schweiz AG geförderten Nachwuchsfahrer mit ihren 357 kW (485 PS) starken 911 GT3 Cup dabei in ihrer eigenen Welt unterwegs waren, zeigt ein weiterer Blick auf das Zeiten-Tableau: Gregor Burkard fehlten als Drittem in der Startaufstellung bereits über 1,2 Sekunden auf die Bestzeit.

Dennoch kehrte Burkard als Erster aus einer turbulenten Startrunde zurück, hinter ihm Fischli und Fach sowie Alexander Schwarzer und Marco Sacchet. Diese Reihenfolge hielt nur bis zum fünften Umlauf: Plötzlich tauchte der 19 Jahre junge Fach auf Rang eins auf. Eine Runde später war auch Fischli an Burkard vorbei, der die dritte Position zudem an Schwarzer abtreten musste – dies allerdings nur vorübergehend. Im zehnten Umlauf endete im Sprintrennen der Podesttraum von Dominik Fischli: Er fiel nach einem Ausrutscher ins Kiesbett bis ans Ende des Feldes zurück und wurde nur als Elfter gewertet. Alexander Fach hatte damit freie Fahrt zu seinem vierten Sprintsieg der laufenden Saison. Der Sattelner sicherte sich auch die Zusatzpunkte für die schnellste Rennrunde und baute seine Führung in der Tabelle weiter aus. Platz zwei ging an Gregor Burkard vor Alexander Schwarzer, während Peter Hegglin nach einem starken Rennen den vierten Rang gegen Marco Sacchet verteidigte.

Im abschliessenden Endurance-Rennen über 100 Meilen konnte sich Dominik Fischli jedoch revanchieren. Dieses Mal war es Alexander Fach, der im Qualifying auf die Pole-Position gefahren war. Er führte die Klasse 2 des GT3 Cup im 54 Porsche starken Teilnehmerfeld zunächst auch an, legte in Runde zehn aber einen frühen Pflichtboxenstopp ein und fiel entsprechend zurück. Dadurch rückte zunächst Gregor Burkhard auf den ersten Rang vor, bis sich im 18. Umlauf der vehement nach vorne stürmende Fischli vorbei drängte. Er wartete mit seinem obligatorischen Halt bis zur 23. Runde, als er sogar in der Gesamtwertung auf Platz eins lag, und konnte seine Spitzenposition bei der Rückkehr auf die Strecke dadurch verteidigen. Rang zwei ging nach insgesamt 68 Minuten Renndauer an Burkhard vor Peter Hegglin und Marc Arn, während Alexander Fach sein Auto nach 21 Runden vorzeitig abstellen musste. Pech für ihn, aber gut für den Titelkampf: Die Meisterschaftsfrage im GT3 Cup ist damit vor dem Beginn der zweiten Saisonhälfte wieder offen.

„Das Imola-Wochenende lief sehr gut, obwohl mir diese Rennstrecke in der Vergangenheit nicht sonderlich gelegen hat“, freute sich Dominik Fischli. „Aber ich konnte gut mit Alexander Fach mithalten. Schon im Sprint-Qualifying war ich 0,1 Sekunden schneller und damit sehr zufrieden. Im Rennen selbst habe ich den Start vermasselt. Nach zwei Runden war ich nur noch Dritter. Beim Versuch, Alex zu überholen, wollte ich etwas zu viel und bin durchs Kiesbett gerutscht – schade, denn ich hatte mir den Sieg fest vorgenommen. Dafür konnte ich überraschender Weise das Endurance gewinnen, denn ich war schnell unterwegs. Damit bleibt die Meisterschaftssituation vor der zweiten Saisonhälfte weiterhin sehr spannend. Ich werde alles geben, noch weitere Rennen und den Titel zu gewinnen.“

Porsche Sprint Challenge Suisse: GT4 Clubsport
Das Qualifying der GT4 Clubsport-Gruppe endete mit einer Überraschung: Keiner der etablierten Siegfahrer hatte sich für den Sprintlauf in Imola die Pole-Position in der Klasse 10 gesichert, sondern Markus Lietzau. Im Rennen musste der Deutsche seinen rund 313 kW (425 PS) starken 718 Cayman GT4 Clubsport mit Manthey-Racing-Paket allerdings schon nach zehn von 14 Runden vorzeitig abstellen. Damit konnte Thomas Herbst seinen zweiten Sieg der laufenden Saison vor Alexandre Mottet und Jean-Edouard Roussel feiern. Tabellenführer Laurent Misbach musste mit seinem Cayman einen Boxenstopp einlegen, um einen Reifen wechseln zu lassen. Dadurch verlor er seinen zweiten Platz, wurde aber noch als Vierter in der Klasse 10 gewertet.

Bei den 718 Cayman GT4 Clubsport ohne MR-Paket durfte sich Renzo Kressig freuen: Er überquerte die Ziellinie nach gut 27-minütiger Fahrzeit als Bester in der Klasse 11 mit einem souveränen Vorsprung auf Remo Stebler und Thomas Bucher. Während der bisherige Tabellenführer Philipp Hagnauer das Imola-Rennen ausliess, musste sich Patrick Schetty hinter Lorenz Nef mit Rang fünf begnügen.

Im Endurance-Wettbewerb galt für beide GT4 Clubsport-Klassen: Der jeweils erste Fahrer im Ziel durfte sich nach gut 68 Minuten nicht als Sieger feiern lassen. Bei den 718 Cayman GT4 Clubsport mit MR-Paket traf es das Duo Markus Lietzau und Florian Strauss: Die Deutschen fertigten ihren Pflichtboxenstopp zu schnell ab und kassierten dafür sechs Strafsekunden – genug, um den Spitzenplatz, den sie in Runde 29 übernommen hatten, wieder an ihren direkten Verfolger Laurent Misbach zu verlieren. Sprint-Gewinner Thomas Herbst erwischte es noch heftiger: Er hatte das Zeitfenster für den Pflichtboxenstopp verpasst, das sich nach der 45. Rennminute schloss, und wurde dafür disqualifiziert. Seinem anschliessenden Protest gegen diese Entscheidung gab die Rennleitung jedoch am Abend statt – Herbst wurde letztlich als Drittplatzierter gewertet. Rang vier ging an Sadamoto Takahashi und Alessandro Baccani, die im Qualifying die Pole-Position unter den Porsche 718-Teilnehmern errungen hatten.

In der Klasse 11 für 718 GT4 Clubsport ohne MR-Paket hiess der Leidtragende Patrick Schetty: Ihm fehlten beim obligatorischen Halt zwar nur wenige Hundertstelsekunden auf die Mindestverweildauer von 2:28,0 Minuten, doch auch dies kostete drei Strafsekunden. Als Profiteur durfte sich Renzo Kressig freuen, der die Ziellinie im Windschatten von Schetty überquert hatte und so auf den ersten Platz vorrückte. Rang drei ging an Thomas Bucher.

„Die sommerliche Hitze mit Temperaturen von über 60 Grad Celsius in den Cockpits hat uns allen zu schaffen gemacht“, erklärte Laurent Misbach. „Ins Sprintrennen bin ich als Dritter gestartet und habe etwas gebraucht, bis ich Markus Lietzau nach hartem Kampf überholen konnte. Drei Runden vor Schluss musste ich einen Reifen wechseln, bin aber noch Vierter in unserer Klasse geworden und habe einige Punkte gerettet. Im Endurance-Lauf konnte ich schon in der ersten Kurve die GT4-Führung übernehmen, hatte aber Thomas Herbst immer im Rückspiegel. Kurz vor Schluss ging zwar noch Florian Strauss vorbei, er erhielt anschliessend jedoch eine Zeitstrafe – damit fiel der Klassensieg wieder an mich zurück.“

Porsche Drivers Competition Suisse (PDC)
Dritter Lauf, dritter Sieg: Nicolas Garski setzte seine Erfolgsserie in der Porsche Drivers Competition Suisse auch in Imola fort. Mit seinem Porsche 911 GT3 fuhr er im Rahmen des Gleichmässigkeits-Wettbewerbs so konstant, dass er sich auf den neun gewerteten von insgesamt zehn Runden lediglich eine Abweichung von 0,86 Sekunden gegenüber seiner eigenen Durchschnittszeit von 2:06,15 Minuten erlaubte. So viel Präzision war auch nötig, denn der Zweitplatzierte sass Garski dicht im Nacken: Franco Castellazzi kam im 911 GT3 RS mit einer Differenz von 0,95 Sekunden aus und musste sich entsprechend knapp geschlagen geben. Titelverteidiger Peter Gafner belegte Rang drei vor Peter Meister und Jens Puhlfürst.

„Die hochsommerlichen Bedingungen in der Emilia-Romagna stellten unsere Teilnehmer auch physisch vor grosse Herausforderungen – dies galt insbesondere für das Endurance-Rennen am Sonntagabend“, erläuterte Richard Feller, Leiter Porsche Sports Cup Suisse. „Alle Fahrer haben dies aber hervorragend gemeistert und unser diesjähriges Imola-Wochenende wieder zu einem puren Motorsportfestival gemacht. Wir freuen uns jetzt auf die zweite Saisonhälfte, die am ersten September-Wochenende in Hockenheim beginnt, und den spannenden Titelkampf zwischen unseren beiden Förderpiloten Alexander Fach und Dominik Fischli im GT3 Cup.“

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